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Nur durch Zufall bin ich neulich bei Wikipedia auf einen Artikel eines mir bis dahin unbekannten Mannes gestossen. Oder hat jemand von euch schonmal was von Stanislaw Jewgrafowitsch Petrov gehört? Vermutlich nicht. Ist aber interessant, denn man könnte diesen Menschen eigentlich mit Recht den “größten Held der Menscheit” nennen.Stanislaw Petrov hat nämlich am 26. September 1983 als diensthabender Offizier in einem Atom-Bunker in der Nähe von Moskau einen Thermonuklearen Krieg verhindert. So sieht das auch die Association of World Citizens, die ihm am 21. Mai 2004 den mit eintausend US-Dollar dotierten World Citizen Award verlieh, sowie die UNO, die ihm am 19. Januar 2006 die einmalige Auszeichnung Man Who Averted Nuclear War überreichte. |
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Oberstleutnant Stanislaw Petrow war diensthabender Offizier im Serpuchov-15-Bunker ungefähr 50 Kilometer nordöstlich von Moskau. Seine Aufgabe bestand in der computer- und satellitengestützten Überwachung des Luftraumes. Im Falle eines nuklearen gegnerischen Angriffes auf die UdSSR sah die Strategie einen mit allen Mitteln geführten, sofortigen nuklearen Gegenschlag vor.
>Kurz nach Mitternacht des 26. September 1983 meldete der Computer eine auf die Sowjetunion anfliegende amerikanische Atomrakete. Petrow schlussfolgerte die Unwahrscheinlichkeit eines solchen Angriffes, da es militärisch sinnlos wäre, den Feind mit einer einzigen Rakete anzugreifen in dem Bewusstsein, dass der Gegenschlag die totale eigene Auslöschung bedeuten würde. Zusätzlich war die Verlässlichkeit des Satellitensystems in letzter Zeit mehrfach in Frage gestellt worden. Petrow legte den Vorfall als falschen Alarm ab.
Kurze Zeit später vermeldete das Computersystem eine zweite, dritte, vierte und fünfte abgefeuerte Rakete. Petrow glaubte weiterhin an einen Fehlalarm, er hatte jedoch keinerlei andere Quellen, um seine Vermutung zu überprüfen. Die Reichweite des landgestützten sowjetischen Radars war dermaßen kurz, dass es zum Entdeckungszeitpunkt bereits zu spät gewesen wäre.
Unter erheblichem Druck stehend, blieb Petrow aber bei der Entscheidung, die Informationen, die zu einem Gegenangriff geführt hätten, nicht weiterzuleiten. Er setzte weiterhin auf einen Computerfehler, wohl bewusst, dass, wenn er sich irrte, bald mehrere Nuklearraketen über seinem Heimatland niedergehen würden. Da das Satellitensystem nur fünf abgefeuerte Raketen meldete, ging er von einem Fehlalarm aus. Ein wirklicher Angriff hätte seiner Ansicht nach mit deutlich mehr Waffen stattfinden müssen.
Kurz danach an diesem Morgen stellte sich heraus, dass Petrows Einschätzungen richtig waren – das satellitengestützte sowjetische Frühwarnsystem hatte Sonnenreflexionen auf Wolken in der Nähe der Malmstrom Air Force Base in Montana, wo auch amerikanische Interkontinentalraketen stationiert waren, als Raketenstarts interpretiert.
Auch wenn der Befehl zum Gegenschlag letztlich noch durch das sowjetische Oberkommando zu fällen war – durch sein umsichtiges Verhalten hatte Petrow die militärische Kettenreaktion bis zu einem möglichen Nuklearkrieg rechtzeitig unterbrochen.
Originaler Artikel von Wikipedia.de unter der GFDL
Weitere Infos gibts hier.
Nach diesem Artikel gab es übrigens insgesamt 4 bekannte Vorfälle, die fast zu einem Atomkrieg geführt haben – 3 davon wurden beinahe aufgrund von Fehlfunktionen bzw. Einschränkungen der amerikanischen Systeme ausgelöst.












