Das Schuljahr ist bald wieder zuende – und schon fällt den Politikern und Vorständen auf, daß es überraschenderweise erneut junge Menschen gibt, die mit der Schule fertig sind und daher nun sowas wie eine Ausbildung starten möchten.
Und da ja – angeblich – viel weniger Lehrstellen zur Verfügung stehen, als es angehende Azubis gibt, müssen alle Firmen ja irgendwie gezwungen werden, mehr Lehrstellen zur Verfügung zu stellen.
Die erste Merkwüdigkeit ist dabei jedoch die Tatsache, daß fast das gesamte handwerkliche Gewerbe jedes Jahr einen Mangel an Auszubildenden beklagt. Um das also zusammenzufassen: deutschlandweit gesehen gibt es zu wenig Ausbildungsplätze aber im Handwerk gibt es zuwenig Azubis? Da tut sich doch der Verdacht auf, als würde die Masse der neu-Azubis sich auf einen ganz speziellen Bereich konzentrieren. Oder ist nicht genügend qualifiziert. Sollte man da nicht eher mal das “Problem” von der anderen Seite anfassen?
Nein, die Firmen müssen gezwungen werden, mehr Lehrstellen zu schaffen. Ist ja auch ganz klar – jede Firma, die mit dem Konkurs kämpft, die eigenen Mitarbeiter unterbezahlt und nebenher tausende von Arbeitsplätzen wegrationalisiert (um angeblich Kosten zu sparen) stellt natürlich gerne ein paar dutzend Azubis mehr ein als notwendig. Eigentlich ist diese Idee garnicht schlecht. Die Firma stellt einfach 50 Azubis mehr ein als geplant und notwendig. Damit steigen die Kosten für die Firma, also muß sie ein paar fest Angestellte entlassen. Nach 2-3 Jahren sind die Azubis ausgelernt und werden einfach nicht übernommen.
Schlussendlich sind die Kosten für die Azubis ebenso wie die Kosten für die Angestellten weg. Und der Vorstand kann sich endlich einen neuen Elfenbein-Rückenkratzer kaufen.