Das Problem mit der Richterskala

Heute wurde wieder ein Nachbeben in Japan gemeldet.

Das Epizentrum der Erschütterung mit der Stärke 7,1 auf der Richterskala befand sich vor der Nordostküste des Landes in 40 Kilometer Tiefe. Die Behörden registrierten zunächst eine Stärke von 7,4, korrigierten den Wert später aber herunter.

Quelle: derwesten.de

Das Problem dabei ist: die Richterskala wurde von Charles Francis Richter und Beno Gutenberg 1935 entwickelt. Dabei sind die zu verwendenden Geräte sowie die Art der Messung klar definiert. Die von Richter dabei genutzten Geräte können technisch jedoch nur eine Stärke von maximal etwa 6.5 messen – eine stärkere Messung ist nicht möglich. Genau genommen sind die für die Richterskala definierten Werte auch nur zu 100% für Kalifornien korrekt, wo sie auch entwickelt wurden. Für jeden anderen Punkt der Welt muss daher eigentlich die “Richterskala” entsprechend angepasst werden (wenn auch minimal).

Alle in den Medien verbreiteten Werte entsprechen tatsächlich der Moment-Magnituden-Skala. Hier gibt’s aber auch ein kleines Problem: die Magnitudenskala ist keineswegs “nach oben offen”, wie manche Boulevardblätter gerne schreiben. Die Skala hat einen theoretischen Maximalwert von 10.6 – bei einem Erdbeben dieser Stärke würde die Erdkruste aufbrechen. Und mehr als total kaputt geht einfach nicht.